Die Kräuter-Mischkultur funktioniert nach einem bewährten Prinzip: Bestimmte Pflanzen behindern sich gegenseitig im Wachstum, während andere sich unterstützen. Das hat konkrete Gründe. Unterschiedliche Kräuter nutzen verschiedene Nährstoffquellen aus dem Boden, sodass der Untergrund nicht einseitig ausgelaugt wird. Zudem produzieren viele Kräuter ätherische Öle und sekundäre Pflanzenstoffe, die Schädlinge fernhalten oder Nützlinge anlocken. Ein gut geplantes Kräuterbeet wird damit zur natürlichen Schutzzone auch für andere Pflanzen – ganz ohne Chemie. Und dabei sparen Sie auch noch Platz!
Tipp: Lesen Sie mehr zum Thema „Zusammen Pflanzen“ in unseren Ratgebern „Mischkultur- Wohltat für Garten und Gärtner“ sowie „Mischkultur im Gemüsegarten – Was verträgt sich?“.
Um zu verstehen, welche Kräuter zusammen gepflanzt werden sollten, bietet sich eine einfache Kategorisierung nach ihren Grundbedürfnissen an:


Ein faszinierendes Detail, das beim Kräuter-zusammen-Pflanzen oft übersehen wird: Die Wurzelsysteme verschiedener Kräuter konkurrieren auf unterschiedlichen Bodentiefen um Nährstoffe und Wasser. Die Lösung: Mit an die Wurzelebenen denken!
Petersilie und Schnittlauch entwickeln eher flache, ausgebreitete Wurzeln in den oberen Bodenschichten.
Eine mittlere Wurzeltiefe haben Basilikum, Koriander und Dill.
Thymian und Oregano verfügen über tiefgehende Wurzelsysteme, mit denen sie auch in magere, trockene Untergründe vordringen können. Rosmarin und Salbei bilden robuste, holzige Strukturen mit ausgeprägten Wurzelsystemen, die sich über längere Zeit entwickeln.
Deshalb können Sie Kräuter sehr gut auch anhand ihrer Wurzelsysteme kombinieren – so werden alle Nährstoffebenen genutzt, die Kräuter kommen sich nicht in die Quere und Sie profitieren von noch besseren Ernteergebnissen. Natürlich sollten Sie beim Kräuter zusammen Pflanzen auch die anderen Kriterien berücksichtigen, die die folgende Tabelle wiedergibt.
Kraut | Licht & Standort | Wasserbedarf | Nährstoffbedarf | Lebensdauer | Gute Partner | Schlechte Partner |
|---|---|---|---|---|---|---|
Basilikum | Sonne | Hoch | Hoch | Einjährig | Petersilie, Oregano, Rosmarin, Koriander | Minze, Zitronenmelisse, Thymian, Salbei |
Dill | Halbschatten | Mittel | Mittel | Einjährig | Petersilie, Schnittlauch, Basilikum, Majoran, Kerbel | Fenchel, Salbei, Thymian, Estragon |
Koriander | Halbschatten | Mittel | Mittel | Einjährig | Rosmarin, Thymian, Basilikum, Majoran, Kamille, Minze, Salbei, Melisse | Fenchel, Schnittlauch, Kerbel, Petersilie |
Minze | Halbschatten | Hoch (liebt Feuchtigkeit) | Mittel | Mehrjährig | In Einzelkultur oder mit Wurzelsperre am besten | Basilikum, Thymian, Salbei, Bohnenkraut, Petersilie |
Oregano/Majoran | Sonne | Niedrig bis mittel | bis Niedrig-mittel | Mehrjährig (O) bzw. einjährig (M) | Basilikum, Salbei, Rosmarin, Schnittlauch | Majoran/Oregano untereinander ungünstig; Thymian |
Petersilie | Halbschatten | Hoch | Hoch | Zweijährig | Basilikum, Schnittlauch, Dill, Kerbel, Majoran | Fenchel, Koriander, Minze, Lavendel |
Rosmarin | Sonne | Niedrig | Niedrig | Mehrjährig | Thymian, Salbei, Oregano, Basilikum, Lavendel | Schnittlauch |
Salbei | Sonne | Niedrig bis mittel | Niedrig | Mehrjährig | Rosmarin, Thymian, Oregano, Fenchel, Koriander, Melisse | Basilikum, Dill |
Schnittlauch | Halbschatten | Mittel bis hoch | Mittel | Mehrjährig | Dill, Thymian, Oregano, Kamille, Melisse | Koriander, Rosmarin |
Thymian | Sonne | Niedrig | Niedrig | Mehrjährig | Rosmarin, Salbei, Oregano, Estragon, Schnittlauch | Majoran, Dill, Minze, Basilikum |
Eines der nützlichsten Geheimnisse der Kräutermischkultur ist die natürliche Schädlingsabwehr durch Duftstoffe – flüchtiger organischer Verbindungen, die Insekten regelrecht abstoßen. Einige Beispiele für solche Symbiosen:
Salbei wirkt gegen Kohlweißlinge und Möhrenfliegen. Die ätherischen Öle des Salbeis verwirren Schmetterlinge und fliegende Insekten bei der Suche nach ihren Futterpflanzen. Rosmarin und Thymian wirken ähnlich. Ihre intensiven Duftstoffe überlagern den verlockenden Geruch von Kohl- oder Karottenpflanzen. Besonders wirksam ist die Kombination mehrerer duftender Kräuter nebeneinander.
Basilikum hält Kohlweißlinge und weiße Fliegen fern. Das beliebte mediterrane Kraut ist für seine Wirksamkeit in der Schädlingsabwehr bekannt, denn seine ätherischen Öle stören das Orientierungsvermögen vieler Insekten.
Dill unterstützt Nachbarn bei der Abwehr von Blattläusen, Spinnen und Milben. Gleichzeitig lockt er nützliche parasitäre Wespenarten an, die Schädlingslarven als Wirt nutzen.
Koriander schützt vor Blattläusen und Kohlweißlingen, weil seine würzigen Stoffe ebenfalls abstoßend auf viele unerwünschte Besucher wirken.
Kräuter zusammen pflanzen ist weniger eine Wissenschaft als vielmehr eine Art Logikaufgabe: Es geht darum, die Natur und die Bedürfnisse der einzelnen Kräuter-Pflanzen zu verstehen und diese sinnvoll zusammenzubringen. Wenn Sie die Standortansprüche, Wuchs- und Wurzelformen sowie die aromatischen Eigenschaften Ihrer Kräuter kennen, entsteht beim richtigen Zusammen-Pflanzen wie von selbst ein blühendes Ökosystem: Jedes Kraut hat seinen idealen Platz, jede Kombination ihren tieferen Sinn.
Ein gut organisiertes Hochbeet, Mini-Gewächshaus oder Gewächshaus wird so durch ein wenig Planung zum bezaubernden Kräuter-Paradies, das ganz nebenbei als natürliches Abwehrsystem gegen Schädlinge wirken kann. So wird das Gärtnern zum ganz entspannten Vergnügen.
Tipp: Beginnen Sie am besten mit den bewährten Duos: Basilikum neben Oregano, Salbei neben Rosmarin, Dill neben Koriander. Experimentieren Sie mit Ihren Lieblingen. Und lassen Sie sich von den tollen Ergebnissen überraschen, die entstehen, wenn Sie Kräuter zusammen pflanzen – in perfekter Symbiose. Wir von Hoklartherm wünschen Ihnen viel Freude und Erfolg!