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Kompost anlegen – Rasenschnitt und Biomüll nachhaltig verwerten

Kompost anlegen
Kompost anlegen

Wo stellt man am besten einen Komposter auf?

Egal, ob klassischer Komposthaufen oder Thermokomposter: Wählen Sie für Ihren Kompostplatz einen schattigen, windgeschützten Standort, an dem der Boden nicht versiegelt ist. Ein versiegelter Boden (z.B. durch Trittsteine) verhindert, dass Kompostwürmer und andere für die Umwandlung notwendige Kleinstlebewesen ihr Werk tun können. Der Kompost wird grundsätzlich bodeneben angelegt, also nicht in einer Grube. Achten Sie auch darauf, dass Sie beim Kompost genug Platz zum Arbeiten haben.

Wie legt man einen Komposthaufen an?

Das Wort „Kompost“ stammt aus dem Lateinischen: „componere“ bedeutet so viel wie „zusammensetzen“. Damit sind wir auch schon beim Punkt, denn damit es mit dem Kompost gut klappt und Rasenschnitt, Blätter & Co. zu wertvoller Erde werden, kommt es auf die richtige Bodenvorbereitung und Zusammensetzung an. Hier unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung für eine echte Kompost-Miete (für ein Kompost Lattengitter und einen Schnellkomposter gehen Sie analog vor):

  1. Locken Sie den Untergrund auf (Tiefe max. 2 m, Breite je nach Bedarf und Platzangebot). Wenn Sie Probleme mit Maulwürfen oder Wühlmäusen haben, legen Sie ein Mäusegitter aus.
  2. Schichten Sie als unterste Schicht 10–20 cm grobes Material wie Stängel von Stauden, Baum- oder Heckenschnitt auf.
  3. Darüber schichten Sie feinere Bio-Abfälle wie Laub, Küchenabfälle usw.
  4. Falls Sie den Kompost ganz neu anlegen, schichten Sie immer wieder etwas normale Gartenerde oder etwas fertigen Kompost dazwischen, um den Kompost zu „impfen“.
  5. Sie können ergänzend Kompostwürmer zugeben. Für diese Anfangsbesiedelung werden ca. 1.000 Würmer pro 250–380 Liter (entspricht etwa 0,5 m3) empfohlen, die sich schnell vermehren werden.
  6. Im weiteren Verlauf sorgen Sie dafür, dass der Kompost feucht bleibt – aber nicht zu feucht: Bei zu viel Feuchtigkeit fehlt im Kompost-Inneren Sauerstoff. Das bewirkt, dass es statt zur gewünschten Verrottung zu einer Vergärung kommt. Eine Schicht Laub, Stroh oder eine Abdeckung mit Holz o.Ä. kann helfen, die richtige Feuchtigkeit im Kompost zu halten.
  7. Der Kompost sollte insgesamt nicht höher als 1,5 m aufgeschichtet werden. Die Oberfläche wird flach gehalten.

Tipp: Je besser zerkleinert und durchmischt Sie Ihre Bio-Abfälle auf den Kompost geben, desto besser funktioniert die Verrottung und desto schneller kommt Ihr Garten in den Genuss der wertvollen Kompost-Erde.

Was braucht man für einen Kompost?

Für den Kompostplatz selbst haben Sie die Wahl: Sie können einfach eine klassische Kompost-Miete aufsetzen, aber auch einen Latten-Komposter aus Holz oder Metall anschaffen. Wichtig ist jeweils, dass angemessene Belüftungsöffnungen vorhanden sind – nicht zu groß und nicht zu klein, 1–3 cm Weite sind ideal. Außerdem gibt es geschlossene Kunststoff-Kompostbehälter sowie Thermokomposter (Schnellkomposter).
Einige gute Materialien für den Kompost selbst haben wir schon genannt: Baum- und Heckenschnitt, Rasenschnitt, Laub. An Bio-Abfällen sind Kaffee- und Teesatz sowie Zwiebelschalen besonders begehrte Kompostwurm-Delikatessen. Gut für den Kompost geeignet sind auch Eierschalen und natürlich verschiedenste Pflanzen-, Obst- und Gemüsereste. Unbehandeltes Küchen- oder Zeitungspapier darf in kleinen Mengen ebenfalls auf den Kompost.

Tipp: Schichten Sie Rasenschnitt nur dünn ein und lassen ihn, wenn möglich, vorher ein wenig anwelken. So verringern Sie Gefahr, dass der Kompost fault oder gärt.

Was darf nicht auf den Komposthaufen?

Bio-Abfälle, die Nager oder anderes Ungeziefer anlocken könnten, dürfen nicht auf den Kompost (gegarte Speisereste, Fleisch, Fisch, Wurst, Knochen, Verarbeitetes wie Käse, Gebäck etc.). Ein genauso striktes Verbot gilt für Tierstreu auf Granulatbasis und Fäkalien. Nur explizit als biologisch abbaubar gekennzeichnetes Kleintierstreu von reinen Pflanzenfressern (z.B. Holzstreu für Hamster) darf notfalls mit auf den Kompost, sollte dann aber sehr gut untergemischt werden.
Selbstverständlich sollten Sie keine kranken oder mit Pflanzenschutzmitteln behandelten Pflanzen(-teile), Unkräuter, behandeltes Holz oder gar Glas, Metall oder Kunststoff mit auf den Kompost gelangen lassen. Das Gleiche gilt für Kohlenasche aus Öfen und Dachrinnen-Schlamm.
Oft werden wir gefragt, ob Zitrusfrüchte denn jetzt auf den Kompost dürfen oder nicht. Hier kommt es auf die Menge an: Kleine Mengen, insbesondere in Bio-Qualität, schaden dem Verrottungsprozess nicht. Auf größere Mengen sollten Sie wegen der möglichen Beeinflussung des pH-Wertes auf dem Kompost sowie wegen der Schadstoffbelastung verzichten.


Und was ist mit Blättern? Laubarten, die schwer verrotten und z.T. beim Abbau Gerbsäure freisetzen, sind Akazie, Birke, Buche, Eiche, Fichte, Kastanie, Pappel, Platane und Walnuss. Bei diesen Laubarten kann die Zugabe von Bentonit oder Kalk zum Kompost sinnvoll sein. Übrigens: Laub lässt sich oft prima mit dem Rasenmäher aufnehmen, so dass es für den Kompost gleich ideal zerkleinert ist.

Wann setzt man den Kompost um?

Man kann eine neu angelegte Kompost-Miete bereits nach etwa 3 Monaten umsetzen. Dadurch durchmischen und belüften Sie das Rottegut auf dem Kompost zusätzlich, die Umwandlung in Humus wird beschleunigt. Wer es ganz perfekt machen möchte, siebt den fertigen Kompost ab und setzt die Bio-Abfälle, die noch nicht ganz verrottet sind, neu auf.

Tipp: Um die Durchlüftung zu fördern, ohne den ganzen Kompost umzusetzen, können Sie von Zeit zu Zeit etwas gröberes Material untermischen.

Wann bringt man den Kompost am besten aus?

Frischen Kompost, der nach 3–4 Monaten angerottet ist, können Sie zur Bodenverbesserung und zum Mulchen verwenden. Richtig reif ist der Kompost im Sommerhalbjahr nach etwa 4–6 Monaten, ansonsten nach maximal 12 Monaten (nach einmaligem Umsetzen). Man nennt diesen reifen Kompost auch Humusdünger. Ruht der Kompost länger, reduziert sich nach und nach seine Wirkung als bodenbelebender Bio-Dünger.

 

Kresse-Test: Wann ist der Kompost reif?

Mischen Sie eine Handvoll Komposterde und Gartenerde. Füllen Sie die Mischung in eine kleine Schale. Feuchten Sie sie leicht an und säen Sie Kressesamen darauf aus. Decken Sie die Schale mit Klarsichtfolie oder einem umgedrehten Glas ab und stellen Sie sie an einen hellen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung.
Nach etwa 7 Tagen sollte die Kresse keimen. Klappt das schnell und ist die Kresse saftig grün, ist der Kompost reif und pflanzenverträglich (Humusdünger). Wachsen die Pflänzchen nur langsam oder sind sie braun oder gelb verfärbt, ist der Kompost noch zu frisch. Verwenden Sie ihn dann erst einmal nur zum Mulchen und Boden-Verbessern.

Kompost richtig anlegen
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Kompost richtig anlegen
Komposterde als wertvoller Dünger
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Komposterde als wertvoller Dünger
  • Spinat und Radieschen sind die perfekten Reihenfüller zwischen Kartoffeln, bis sich die Kartoffelreihen schließen. Auf diese Weise können Sie sich sogar das Anhäufeln der Kartoffeln sparen.
  • Kapuzinerkresse schützt nicht nur andere Pflanzen vor Schädlingen, man kann ihre Blätter und Blüten auch als aromatischen Salat verwenden und die ungeöffneten Knospen als Kapernersatz nutzen.
  • Frühkartoffeln bekommen ein besonders feines Aroma, wenn Sie Koriander und Kümmel im gleichen Beet anpflanzen.
  • Kräuter sind mächtige Mischkultur-Förderer: Basilikum produziert ätherische Öle, die die Weiße Fliege abschrecken. Gurken werden durch Basilikum vor Gurkenmehltau geschützt. Salbei vertreibt Kohlweißlinge und Schnecken, Rosmarin hilft gegen Kohlweißlinge und Möhrenfliegen.
  • Vergessen Sie in Ihrer Mischkultur die Blumen nicht. Tagetes und Ringelblumen z.B. wirken gegen pflanzenparasitäre Nematoden, die die Ernte erheblich reduzieren können. Gleichzeitig sehen sie hübsch aus und sind in Sorten sogar essbar!

Kompost anlegen auf dem Balkon? Kein Problem mit unserem Hoklartherm-Spezial-Tipp

Sicher kennen Sie unser pfiffiges mobiles Balkon-Gewächshaus „Terra“. Wenn Sie es als begeisterte/r Hobby-Balkongärtner/in mit selbst gemachtem Kompost bereichern möchten, haben wir einen Vorschlag für Sie: Legen Sie eine Wurmbox an, in der Ihre Bio-Abfälle wie auf einer richtigen Kompost-Miete in besten Humus verwandelt werden. Eine Anleitung haben wir hier für Sie zusammengestellt.

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