Wer Blattläuse bekämpfen möchte,sollte zunächst natürliche biologische Zusammenhänge ausnutzen. Kapuzinerkresse wird von verschiedenen Blattlausarten häufig bevorzugt besiedelt und kann deshalb als Fangpflanze dienen. Die Schädlinge konzentrieren sich auf die zarten Triebe der Kresse,während benachbarte Gemüsekulturen oft deutlich geringer befallen werden. Ganz nebenbei wirkt Kapuzinerkresse auch abschreckend gegenüber Raupen,Schnecken,Ameisen und Mäusen.
Gleichzeitig profitieren Nützlinge wie Marienkäfer,Florfliegen und Schwebfliegen von der Kapuzinerkresse bzw. den Blattläusen auf der Kresse. Sie finden die Läuse ausgesprochen schmackhaft und tragen so dazu bei,die Blattlaus-Population auf natürliche Weise zu regulieren,während die Nützlings-Population aufgrund des guten Nahrungsangebotes wächst. Es wird geschätzt,dass ein einziger Marienkäfer am Tag bis zu 150 Blattläuse verputzt! So entsteht Schritt für Schritt ein stabiles biologisches Gleichgewicht – die beste Voraussetzung für kräftige,gesunde Pflanzen und satte Ernten.
Tipp:Pflanzen Sie Kapuzinerkresse möglichst unter die Pflanztische. Dort nutzt sie den vorhandenen Platz optimal,dient als Fangpflanze und nimmt den Hauptkulturen kaum Licht weg.
Kompakt-buschige Sorten(Kleine Kapuzinerkresse,Tropaeolum minus L.) eignen sich ideal für Hochbeete oder als Unterpflanzung zwischen Tomaten,Paprika und Gurken im Gewächshaus. Die kleine Kapuzinerkresse ist einjährig.
Mittlere Sorten (Große Kapuzinerkresse,Tropaeolum majus L.) erreichen frei wachsend 15 bis 30 cm Höhe,können aber mit einer geeigneten Rankhilfe auch bis zu 3 m hoch klettern. Stängel,die flach am Boden liegen,können bis zu 5 m lang werden und damit neue Sphären des Gewächshauses erreichen. Die Große Kapuzinerkresse ist mehrjährig.
Rankende Kapuzinerkresse-Sorten(Kanarische Kapuzinerkresse,Tropaeolum peregrinum L.) begrünen Fundamente oder Rankhilfen und schaffen zusätzliche Blühflächen für Bestäuber. Diese Zierpflanze ist einjährig.
Kapuzinerkresse lässt sich besonders gut zwischen Gurken,Tomaten,Paprika oder Zucchini pflanzen. Auch neben Bohnen eignet sich Kapuzinerkresse gegen Blattläuse hervorragend (besonders gegen die Schwarze Bohnenlaus). Ein heller Standort und ausreichend Platz fördern einen kräftigen Wuchs.
Erschrecken Sie nicht,wenn die Kapuzinerkresse von Blattläusen geradezu bestürmt wird. Denn ist die Kresse stark mit Blattläusen besetzt,erfüllt sie zunächst genau ihren Zweck. Erst wenn die Pflanze deutlich geschwächt wird,sollten stark befallene Triebe entfernt oder die gesamte Pflanze ausgetauscht werden. Da die Große Kapuzinerkresse schnell wächst,ist ein Austausch meist kein Problem.


Tipp: Verzichten Sie möglichst auf breit wirkende Insektizide. Sie schädigen oft auch Nützlinge und stören das natürliche Gleichgewicht im Gewächshaus.
Damit biologische Maßnahmen gegen Blattläuse zuverlässig funktionieren, ist außerdem ein stabiles Gewächshausklima entscheidend. Gleichmäßige Temperaturen, eine gute Luftzirkulation und regelmäßiger Luftaustausch reduzieren Pflanzenstress und fördern die Widerstandskraft der Kulturen auch gegen Blattläuse. Gewächshäuser wie das Bio-Top das Rundbogengewächshaus Arcus sowie weitere Hoklartherm-Gewächshäuser schaffen mit ihren Möglichkeiten zur automatisierten Lüftung optimale Bedingungen, damit Begleitpflanzen und Nützlinge ihr volles Potenzial entfalten können.
Kapuzinerkresse überzeugt nicht nur als Fangpflanze für Blattläuse bzw. im Rahmen des biologischen Pflanzenschutzes. Hier einige Ideen:
Junge Blätter als würzige Salat- oder Quark-Zutat
Essbare Blüten zur Dekoration oder im Salat
Eingelegte Knospen und unreife Samen als Kapernersatz
Traditionelle Heilpflanze mit Senfölglykoside
Pflanzenjauche zur unterstützenden Anwendung gegen Mehlta
Fangpflanze im Freiland, z.B. für Rosen und Obstbäume
Tipp: Ernten Sie Blätter und Blüten der Großen Kapuzinerkresse möglichst am Vormittag. Dann ist das Aroma herrlich ausgeprägt und die Pflanzenteile sind besonders frisch.
Kapuzinerkresse gegen Blattläuse ist ein bewährtes Hausmittel, vereint aber zusätzlich zahlreiche andere Vorteile in sich. Richtig eingesetzt, unterstützt sie ein funktionierendes Ökosystem, fördert Nützlinge, entlastet empfindliche Gemüsekulturen – und schmeckt! In Verbindung mit einem gut regulierten Gewächshausklima entstehen optimale Bedingungen für ein gesundes Wachstum Ihrer Gemüsepflanzen. Und damit auch optimale Bedingungen für langfristig gesunde, üppige und glücklich machende Ernten. Guten Appetit!