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Igel füttern? Und womit? Ein kleiner Ratgeber

Igel im Wald
Igel im Wald

Darf man Igel füttern? Jein …

Grundsätzlich sind Igel Wildtiere, die man wie alle anderen Wildtiere prinzipiell nicht füttern sollte (NABU: Füttern – Nein Danke!). Auch im Garten finden Igel ihr Futter durchaus selbst, das gilt ganz besonders für den Sommer und für naturnahe Gärten.

Gegen das Füttern von Igeln sprechen unter anderem diese Argumente:

  • Junge Igel erlernen die lebensnotwendige Futtersuche nur, wenn sie nicht daran gewöhnt sind, immer wieder Fertigfutter serviert zu bekommen.
     
  • Igel, die im Spätherbst reichlich Zusatzfutter erhalten, gehen oftmals nicht in den Winterschlaf. Dieser ist aber für ihren normalen Lebenszyklus unabdingbar.
     
  • Kein noch so liebevolles Füttern kann für die Stacheltierchen ihren gesunden Original-Speiseplan ersetzen. Das gilt übrigens auch für sogenanntes „Igelfutter“ aus dem Handel!
     
  • Igel-Futterstellen können u.a. Katzen, Ratten und Marder anziehen und zudem ein Risiko für Krankheitsübertragungen zwischen den Tieren darstellen.

Ausnahmen: Wann darf man Igel füttern?

Eine gezielte, tiergerechte Zufütterung kann für Igel in ganz bestimmten Ausnahmefällen sinnvoll sein. Igel füttern darf man in folgende Situationen:

  1. Wenn Sie im späten Winter bemerken, dass ein Igel im Garten zu früh aus dem Winterschlaf aufgewacht ist, und es noch sehr kalt ist. Checken Sie die Versorgungslage, indem Sie den Boden im Garten prüfen: Sehen Sie schon Würmer, Asseln oder Insekten unter dem Laub oder in einem Stück probehalber umgegrabener Erde? Dann brauchen Igel kein Zusatzfutter. Ansonsten gilt: Igel füttern erlaubt!
     
  2. Wenn Sie nach Mitte Oktober junge Igel im Garten sehen, die noch sehr klein sind. Igel brauchen für den Winterschlaf ein Gewicht von 500–600 Gramm. Erreichen Sie dies nicht, streifen sie bis in den Spätherbst durch den Garten und suchen manchmal auch tagsüber Nahrung. Eine Zufütterung im Garten ist sinnvoll bei kleinen Igeln mit einem Körpergewicht zwischen 300 und 500 Gramm. Hat Ihr stachliger Schützling das richtige Gewicht erreicht und ist es entsprechend kalt, geht er von selbst in den Winterschlaf. Wichtig: Wenn er sich nicht zum Schlafen zurückzieht, müssen Sie das Füttern einstellen.

Tipp: Sie können Igel wiegen, indem Sie sie mit Handschuhen hochheben, auf den Rücken drehen und dann auf eine Waage legen.

Womit kann man Igel füttern?

Gesunde Igel „füttern“ Sie richtig, indem Sie das natürliche Nahrungsangebot in Ihrem Garten fördern: Die Igel suchen sich dann selbst Insekten, Raupen etc. Vor allem im Frühjahr und Sommer sollte man Igel nicht darüber hinaus füttern. Das gilt übrigens auch für junge Igel und Baby-Igel.
In den Ausnahmefällen, in denen Sie füttern sollten, füttern Sie richtig mit gutem Katzennassfutter mit mindestens 60% Fleischanteil. Zur Not ist auch Trockenfutter für Katzen geeignet. Die Sorte sollte immer mal gewechselt und mit etwas Ergänzungsfutter angereichert werden. Bitte nichts Rohes! Richtig sind z.B. gegartes Rinderhack, gegartes und kleingeschnittenes Geflügelfleisch oder Ei – jedoch nicht als rohes Ei, sondern als ungewürztes Rührei.
 
Futtermengen-Tipp: Junge Igel mit einem Gewicht von 500 Gramm, die nach oben genannten Kriterien eine Zufütterung bekommen sollten, benötigen ca. 150 Gramm Futter am Tag. Einen abgemagerten erwachsenen Igel, der ca. 800 bis 1000 Gramm wiegt, füttern Sie mit 170 bis 200 Gramm pro Tag.

Katzennassfutter ist geeignet für Igel
Katzennassfutter ist geeignet für Igel
Igel auf Futtersuche
Igel auf Futtersuche

Igel richtig füttern – Hände weg von Milch und Obst

Auch wenn es häufiger empfohlen wird: Pflanzliches Futter können Igel nicht gut verdauen. (Ans Fallobst gehen sie vor allem wegen der Insekten dort.) Genauso wenig geeignet zum Füttern von Igeln ist Milch, weil sie Laktose enthält, die Igel ebenfalls schlecht verdauen. Nur ganz kleine Baby-Igel ohne Mutter können kurzzeitig über eine Pipette mit Ersatz-Milch für Hundewelpen gefüttert werden, sollten aber baldmöglichst festes Futter bekommen.
 
Lustiger Erfolgsbeweis: Wenn Sie im Sommer nachts lautes Schmatzen und Prusten durchs offene Schlafzimmerfenster hören, ist das wahrscheinlich nicht der hungrige Nachbar nach seiner Kneipentour. Es ist ein lustiger Beweis, dass Ihnen das Igel-Experiment gelungen ist und die neuen stacheligen Mitbewohner sich gerade in Ihrem Garten den Bauch vollschlagen. Am liebsten mit dem natürlich vorhandenen Nahrungsangebot!

Hilfe für Baby-Igel, junge oder kranke Igel gesucht?

Sie haben im Sommer einen kranken jungen Igel im Garten gefunden oder haben eine andere Frage zur Pflege oder zum Füttern von Igeln? Dann wenden Sie sich am besten an eine Igel-Pflegestelle in Ihrer Nähe. Eine bundesweite Karte mit Ansprechpartner*innen finden Sie hier: https://www.pro-igel.de/karte-mit-pflegestellen/

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