Bevor Sie einzelne Blätter entfernen oder Ihre Gurkenpflanze düngen,sollten Sie die Umgebungsbedingungen überprüfen. Viele Probleme entstehen nämlich nicht durch Krankheiten,sondern durch ungünstige Kulturbedingungen. Gehen Sie dabei am besten in dieser Reihenfolge vor:
Tipp:In unserem Ratgeber „Wasserbedarf für Gurken im Gewächshaus:So gießen Sie richtig“ finden Sie alles Wissenswerte zum richtigen Gießen von Gurken. Was Temperatur,Luftfeuchtigkeit und Luftzufuhr angeht,so bieten Gewächshäuser die konstantesten Bedingungen. Achten Sie auf hochwertige Verarbeitung und durchdachte Belüftungstechnik,wie sie die Gewächshäuser von Hoklartherm garantieren.


Stecken Sie einen Finger etwa fünf Zentimeter tief in die Erde. Das Substrat sollte sich angenehm feucht anfühlen, aber weder trocken noch schmierig nass sein. Bleibt Erde in einem matschigen Klumpen am Finger haften, ist meist zu viel Wasser vorhanden. Gelbe Blätter sind nicht gleich gelbe Blätter, denn nicht jede Vergilbung sieht identisch aus. Wer genau hinschaut, kann bereits viele Ursachen eingrenzen.
| Problem | April | Mai | Juni | Juli | August |
| Gelbe Blätter durch Wassermangel | gering | mittel | hoch | sehr hoch | sehr hoch |
| Stickstoffmangel | gering | mittel | hoch | sehr hoch | sehr hoch |
| Blattläuse | gering | hoch | sehr hoch | sehr hoch | hoch |
| Spinnmilben | gering | gering | hoch | sehr hoch | sehr hoch |
| Schnecken | hoch | sehr hoch | hoch | mittel | gering |
| Echter Mehltau | gering | gering | mittel | sehr hoch | sehr hoch |
| Falscher Mehltau | gering | mittel | hoch | sehr hoch | sehr hoch |

Ist die Ursache gefunden, lassen sich die meisten Probleme gezielt beheben.
Gießfehler korrigieren. Beim Gießen kommt es vor allem auf Gleichmäßigkeit an. Halten Sie den Boden dauerhaft leicht feucht, vermeiden Sie jedoch Staunässe. Gurken reagieren empfindlich auf starke Schwankungen zwischen Trockenheit und sehr nasser Erde. Verwenden Sie möglichst temperiertes Wasser mit etwa 18 bis 22 °C und gießen Sie vorzugsweise morgens. Die Blätter sollten dabei möglichst trocken bleiben, um Pilzkrankheiten vorzubeugen.
Pilzkrankheiten bekämpfen. Zeigen sich deutliche Pilzkrankheiten, sollten stark befallene Blätter entfernt und über den Hausmüll entsorgt werden. Sorgen Sie anschließend für eine bessere Luftzirkulation – besonders einfach geht das in einem Gewächshaus mit ausgereifter Belüftungstechnik. Vermeiden Sie das Benetzen der Blätter beim Gießen.
Tipp: Lüften Sie Ihr Gurken-Gewächshaus erst ab einer Temperatur über 28° oder/und einer relativen Luftfeuchtigkeit über 90 %. Überhitzung und Trockenheit führen leicht zu einer Übersalzung des Bodens, in der Folge rollen sich die Gipfelblätter der Gurke ein und verbrennen.
Schädlinge loswerden. Bei Spinnmilben oder Thripsen hilft es oft schon, frühzeitig einzugreifen, die Luftfeuchtigkeit etwas zu erhöhen und die Bodenfeuchtigkeit durch Gießen und Mulchen zu verbessern. Perfekt fürs Gewächshaus sind geeignete biologische Nützlinge wie Raubmilben. Beide Erste-Hilfe-Maßnahmen bei gelben Blättern an Gurkenpflanzen lassen sich am besten in einem guten Gewächshaus umsetzen. Befallene Gurken-Blätter müssen sorgfältig entsorgt werden.
Wurzeln das Nachwachsen erleichtern. Wie gut, dass ansonsten gesunde Gurkenpflanzen innerhalb weniger Tage neue Feinwurzeln bilden können. Um die Regeneration nach einem Fäulnisschaden nicht zu behindern, sollten Sie die Gurke einige Tage nicht düngen. Halten Sie die Erde gleichmäßig feucht, aber vermeiden Sie Staunässe. Umgehen Sie zusätzlichen Stress für die Gurke, indem Sie Hitze, Trockenheit und intensivere Bodenbearbeitung vermeiden.
Beschädigte Stängel stützen. Wenn der Haupttrieb Ihrer Gurke eingeknickt oder verletzt ist, kann die Gurke gelbe Blätter entwickeln. Stabilisieren Sie kleinere Risse mit einem Pflanzenclip oder einem weichen Pflanzenband. Binden Sie die Gurkenpflanze gut an, damit der Stängel entlastet wird – hilfreiche Tipps finden Sie im Ratgeber „Rankhilfe für Gurken und Tomaten im Freiland oder Gewächshaus“. Leicht geknickte, aber gut gestützte Gurken können durchaus weiterwachsen!
Tipp: Wenn aufgrund von Pilzkrankheiten oder Spinnmilben die Gurkenblätter gelb werden, lohnt sich vor der Winterpause eine gründliche Desinfektion des Gewächshauses. Wie das am besten funktioniert, lesen Sie im Ratgeber „Gewächshaus desinfizieren: So gehen sie am besten vor“.
Die meisten Gurkenpflanzen erholen sich erstaunlich gut, wenn die eigentliche Ursache erkannt wird. Statt vorschnell zu düngen oder die Pflanze aufzugeben, lohnt sich ein systematischer Blick auf Standort, Pflege und Fleckenbild. Wer seine Gurkenpflanze regelmäßig kontrolliert, gleichmäßig gießt und auf gute Kulturbedingungen achtet, schafft die besten Voraussetzungen für kräftige Pflanzen und eine reiche Ernte. Dann hängen schon bald wieder dunkelgrüne Gurken an den Ranken – knackig, saftig und voller Aroma. Eine der schönsten Belohnungen für eine naturnahe und sorgfältige Pflege!