Gurken und Tomaten in einem Gewächshaus – geht das gut?

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Gurken und Tomaten in einem Gewächshaus – geht das gut?

Das Gewächshaus bio-varis mit sonnenverwöhnten Tomaten

Gurken und Tomaten in einem Gewächshaus – das müssen Sie beachten 

Eines vorweg: Generell sollten Sie es vermeiden, Gemüsesorten mit völlig unterschiedlichen klimatischen Anforderungen an ihre Umgebung gemeinsam in ein Gewächshaus zu pflanzen. Gurken und Tomaten sind hier ein perfektes Beispiel. Während Gurken es warm und feucht mögen, lieben es Tomaten sonnig und kühl. Deshalb wachsen Tomaten generell am besten an einer gut belüfteten Stelle im Gewächshaus, während Gurken im hinteren Gewächshausteil besser untergebracht sind.

Wenn Sie Gurken und Tomaten im Gewächshaus direkt nebeneinander pflanzen, kommt es zu folgendem Problem: Entweder gedeihen die Tomaten gut und die Gurken bekommen Krankheiten wie Mehltau oder aber Sie können sich über eine gesunde Gurkenernte freuen, während die Tomatenpflanzen Braunfäule bekommen und eingehen. Die Ursache ist ganz einfach mit den unterschiedlichen Anforderungen an die Luftfeuchtigkeit zu erklären. Zwar lieben beide Gemüsesorten hohe Temperaturen, die Gurke aber benötigt eine hohe Luftfeuchtigkeit, die mit zusätzlichen Wassergaben und ohne Durchzug im Gewächshaus aufrecht erhalten werden kann. Genau das ist aber wiederum Gift für die Tomaten. Sind ihre Blätter dauerhaft feucht, ist sie anfällig für Pilzerkrankungen und die Pflanzen gehen ein.

Sie möchten dennoch unbedingt Gurken und Tomaten in einem Gewächshaus züchten? Wenn Sie ein paar Tricks beachten und zusätzlich über ein entsprechendes Gewächshaus wie beispielsweise bio-top oder bio-varis verfügen, ist die Kombination der beiden Sorten möglich. Als Faustregel gilt eine Grundfläche von mindestens acht bis zwölf Quadratmetern sowie eine Stehwandhöhe die höher als 1,50 Meter ist. Mindestens zwei Lüftungsfenster sollten sich im Dach befinden, um eine ausreichende Luftzirkulation zu gewährleisten. Auch sollten Gurken in den hinteren Teil ins Gewächshaus gepflanzt werden, während Tomaten weit vorne, idealerweise in der Nähe der Türöffnung stehen, und so den so begehrten Luftzug abbekommen.

Dann gilt es, das Gewächshaus in zwei Klimazonen zu unterteilen. An der Sonnenseite des Gewächshauses legen Sie das Beet für die Tomatenpflanzen an. Füllen Sie in die Pflanzlöcher reichlich Kompost und Hornspäne, um den tiefwurzelnden Tomaten ausreichend Nährstoffe zu bieten. Auf der sonnenabgewandten Seite legen Sie für die Gurken eine Mistheizung an. Dafür heben Sie das Beet zwei Spatenlängen tief aus und füllen die Grube mit einer Mischung aus Kompost, Mist und Stroh. Darüber verteilen Sie Gartenerde. Bei der Strohverrottung entwickelt sich Wärme, die für den erfolgreichen Gurkenanbau so wichtig ist.

Wichtig: Genügend Platz und Lüftungsmöglichkeiten für Ihre Gurken- und Tomatenpflanzen
Wichtig: Genügend Platz und Lüftungsmöglichkeiten für Ihre Gurken- und Tomatenpflanzen

Ab wann können Gurken und Tomaten ins Gewächshaus gepflanzt werden?

Für Tomaten ist der früheste Pflanzzeitpunkt April; besser allerdings warten Sie bis Mai, wenn definitiv kein Nachtfrost mehr droht. Leiten Sie die Tomatenpflanzen an Schnüren oder entsprechenden Rankhilfen in die Höhe und entscheiden Sie sich eher für Stab- statt für buschige Strauchtomaten, um den Platz im Gewächshaus gut auszunutzen. Tomatenpflanzen sollten mindestens 20 bis 25 Zentimeter groß sein, wenn Sie in das Gewächshaus gepflanzt werden sollen. Gießen Sie die Tomaten stets direkt an den Wurzeln und vermeiden Sie ein Befeuchten der Blätter.

Gurken können etwa ab Mitte Mai ins ungeheizte Gewächshaus einziehen; Schnüre an den Dachstreben dienen Schlangengurken als Kletterhilfe. Die kleinen Gurkenpflanzen sollten mindestens 20 cm hoch sein, wenn Sie sie ins Gewächshaus pflanzen. Die Pflanzen haben einen hohen Wasserbedarf, vertragen aber keine Staunässe. Achten Sie vor allem darauf, den Fuß der Gurkenpflanzen schön warm zu halten – zum Beispiel mit der oben beschriebenen Mistheizung.

Stabtomaten nutzen den Platz im Gewächshaus besonders effizient
Stabtomaten nutzen den Platz im Gewächshaus besonders effizient

Das Gewächshaus im Mai – was ist jetzt zu tun?

Im Mai leert sich das Gewächshaus wieder, denn die vorgezogenen Sommerblumen können nach und nach ins Freie und schaffen Platz für die Nutzpflanzen, die in den Vormonaten bereits auf der Fensterbank im Haus fleißig vorgezogen wurden. Während zwischen März und April robuste Kräuter und widerstandsfähige Gemüsesorten ins Gewächshaus ziehen, folgt im Mai das Gemüse, das mehr Wärme braucht wie Tomaten, Paprika, Zucchini und Co. und im Spätsommer geerntet werden soll. Bevor dieses Sommergemüse allerdings einziehen kann, gilt es das Gewächshaus und vor allem den Boden gründlich vorzubereiten. Entfernen Sie gründlich sämtlichen Bewuchs aus dem Vorjahr sowie Unkraut. Je keimfreier, lockerer und luftiger die Erde ist, desto besser werden Ihre Pflanzen später gedeihen. Lockern Sie den Boden gründlich auf und arbeiten Sie in die oberste Schicht etwas Kompost ein. Dieser liefert wichtige Nährstoffe und sorgt später für eine reiche Gemüseernte.

Sie sollten die neue Bepflanzung des Gewächshauses gründlich planen. Bedenken Sie, dass es nicht nur bei Gurken und Tomaten im Gewächshaus zu Problemen kommen kann. Auch andere Gemüsesorten sollten wohl überlegt kombiniert werden. Gut geeignet als Begleiter von Tomaten sind zum Beispiel Kräuter wie Petersilie, Möhren oder Knoblauch. Auch Kohlrabi, Paprika, Zucchini oder Kopfsalat sind gute Nachbarn für Tomatenpflanzen im Gewächshaus. Um den Platz gut auszunutzen, können Sie hochwachsende Gemüsesorten wie zum Beispiel Stabtomaten an Schnüren gezielt nach oben leiten. Darunter können dann die passenden Pflanzen kombiniert werden. Generell aber gilt: Weniger ist mehr. Auch wenn Sie Ihr kleines freistehendes Gewächshaus gut ausnutzen wollen, vermeiden Sie unbedingt die Pflanzen zu dicht aneinander zu setzen. Neben der Anfälligkeit für Krankheiten wie Pilzbefall, können sich die einzelnen Gemüsesorten auf diese Weise auch nicht richtig entwickeln. Bedenken Sie, dass es nicht unbedingt die Wärme ist, welche für die Entwicklung der Pflanzen essenziell ist. Viel wichtiger sind eine ausreichende Lichtzufuhr sowie eine gute Belüftung im Gewächshausinneren. Nur durch regelmäßiges Lüften ist gewährleistet, dass die Pflanzen bestäubt werden und sich kein Mehltau oder Kondenswasser am Glas oder der Kunststoffverkleidung bildet. Achten Sie daher bei der Vielzahl der unterschiedlichen Gewächshaustypen darauf, dass diese über Dachfenster verfügen und informieren Sie sich über mögliches Gewächshauszubehör wie Beschattungen oder ähnlichem, um einen Hitzestau im Inneren zu vermeiden.

Klappt wie verrückt: Es blüht wunderschön gelb in unserem Gewächshaus
Klappt wie verrückt: Es blüht wunderschön gelb in unserem Gewächshaus