Gewächshaus selber bauen: Schritt für Schritt erklärt

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Gewächshaus selber bauen: Schritt für Schritt erklärt

Das alte Folien-Gewächshaus weicht einem stabilen und praktischen Gewächshaus Arcus. Das Modell überzeugt vor allem durch die verschiebbaren Seitenteile und die dadurch optimale Platzausnutzung.

Das Arcus S von Hoklartherm in 3 Stunden montieren

Zeitbedarf:

2-3 Stunden 2 Personen

Werkzeugliste:

Die Werkzeugliste fällt vergleichsweise kurz aus. Was wir zur Hand hatten? – Im folgenden eine kurze Aufstellung:

4 Hände
ebenso viele Ziegelsteine
Richtscheit
Wasserwaage
Spaten
1 Müllsack für die Verpackungen
Zollstock
Cuttermesser
zudem praktisch: 4 Böcke
kleine Bockleiter
Akkuschrauber
Gummihammer
10er-Schlüssel

Planung des Standortes:

Zu Beginn hilft es, sich die Nutzung des Gewächshauses vor Augen zu halten. Zu welcher Seite soll das Gewächshaus geöffnet werden? Wie viel Platz wird rundherum benötigt? Für den groben Plan kann dazu durchaus der zukünftige Stellplatz mit dem Fuß in den Sand gezeichnet werden. Die Besonderheit vom Gewächshaus Arcus sind die aufschiebbaren Seitenelemente. Um diese optimal auszunutzen, haben wir auf allen Seiten einen Weg rund um das Gewächshaus von vornherein eingeplant.

Nachdem wir mit dem zukünftigen Stellplatz zufrieden sind, können die genauen Maße der beigelegten Montage-Anleitung entnommen werden, denn jetzt gilt es unsere Vorstellung in die Tat umzusetzen. Unser frisch gefertigtes Arcus S ist später 2,15 m breit und hat mit seinen drei Segmenten eine Länge von ungefähr 3,10 m. Diese Maße heben wir anschließend für den Fundamentrahmen mit dem Spaten aus. Eine Tiefe von ca. 110-120 mm sollte dafür genügen.

Die wichtige Planungsphase: Den Stellplatz für das Gewächshaus festlegen
Die wichtige Planungsphase: Den Stellplatz für das Gewächshaus festlegen

Fundament-Montage:

Es darf ausgepackt werden! Der Fundamentrahmen des Gewächshauses wird von uns vorerst auf festem Boden ausgelegt und mit den beigefügten Winkeln verschraubt. Der mitgelieferte Schraubenzieher hilft dabei. Unser eigener 10er-Schlüssel hält auf der Gegenseite die Sechskantschraube. Schnell an allen Ecken wiederholt, und schon sind die Grundfesten fertig.

Praktisch wie wir finden: Jedem Paket ist, wie es sich für einen Gewächshaus-Bausatz gehört, eine Packzettel beigefügt mit einer schematischen Darstellung und einer Liste der benötigten Teile für jeden Arbeitsschritt. Ein Verzetteln ist somit beinahe unmöglich. Nach dieser Trockenübung darf der Fundamentrahmen erstmals in den vorbereiteten Graben. Die vier erwähnten Steine helfen uns dabei, den Fundamentrahmen in der Erde gleichmäßig auf eine Höhe zu bringen und liegen dabei unter den Ecken des Rahmens. Der Grund für diese Maßarbeit ist die spätere Gewächshaus-Tür, welche nur bei ebenen Boden zu öffnen ist.

Vorteilhaft: Die jetzt großzügig erscheinende Spatenbreite des Grabens verschafft uns später den benötigten Platz die weiteren Teile an dem Rahmen zu verschrauben. Jetzt ist Nachmessen gefragt. Um die Diagonale auszurichten und später Arbeit zu ersparen, wird der Abstand ermittelt. Dazu das Maßband in einer Ecke mittig ansetzen und bei der gegenüberliegenden Ecke des Fundamentrahmens jeweils an der Außenkante messen. Die jeweiligen diagonalen Maße müssen identisch sein. Das passt bei uns zuerst nicht ganz. Das Problem lösen wir aber schnell, indem wir einfach auf einer Seite Erde entfernen.

Tipp: Werden die Segmente der Rückseite jetzt schon bereit gelegt und ausgepackt, werden die folgenden Schritte deutlich leichter. Bei starkem Wind lohnt es sich allerdings mit dem Montieren abzuwarten.

Der Fundamentrahmen wird in den vorher ausgehobenen Erdgraben setzen
Der Fundamentrahmen wird in den vorher ausgehobenen Erdgraben setzen

Gewächshaus-Giebel montieren:

Sind die Grundfesten gelegt, erschließen wir langsam aber sicher den Luftraum. Dazu werden zunächst die beiden Rückwandsprossen an den Fundamentrahmen geschraubt. Für die folgende Aufgabe werden definitiv vier Hände benötigt. Die Stabilität der Rückwand kommt erst durch den oberen Randbügel. Dank dieser Flexibilität können gleich aber die Hohlkammerplatten bequem und passgenau eingesetzt werden. Vorher gilt es jedoch, auf dem Fundamentrahmen die Bodenprofile für die Hohlkammerplatten einzusetzen. – Und das hat System: Die drei Profile werden unter der oberen Kante des Rahmens passgenau eingehakt und dann nach oben auf den Rahmen geklappt. Das dadurch entstehende Profil verbindet sich mit den Rückwandsprossen zu der Halterung der Hohlkammerplatten.

Die seitliche Hohlkammerplatte wird eingesetzt und durch das Einsetzen der Rückwandsprossen fixiert
Die seitliche Hohlkammerplatte wird eingesetzt und durch das Einsetzen der Rückwandsprossen fixiert

Achtung Arbeitserleichterung: Als Vorbereitung kann in die jeweilige Rückwandsprosse je eine Sechskantschraube M6x12 mm mit Mutter eingesetzt und vorläufig verschraubt werden; ebenso auf jeder Ecke des Querriegels. Warum? – Das zeigt sich gleich.

Im nächsten Arbeitsschritt hin zur fertigen Rückwand des Gewächshauses, setzen wir die mittlere Hohlkammerplatte ein. Da diese beidseitig UV-stabil ist, gibt es keine richtige oder falsche Seite. Durch den Querriegel und zwei Anschraubplatten verbinden wir die Rückwandsprossen miteinander und festigen die Hohlkammerplatte an ihrem Platz. Ist die mittlere Platte fixiert, wird die eine Seitenplatte der Rückwand eingeschoben. Diese Seite bekommt auch den ersten Rückwand-Bügel. Danach bietet die Konstruktion genug Halt, um das Giebelstück der Hohlkammerplatte in die zukünftige Rückwand einzusetzen. Dabei muss immer noch mit einer Hand die Konstruktion gestützt werden. Nach dem Einpassen der gegenüberliegenden seitlichen Hohlkammerplatte samt Rückwand-Bügel, sieht dies schon anders aus. Diese werden mit den Innenverbindern und einer Anschraubplatte oben stabilisiert. Danach werden die Rückwandbügel am Fundamentrahmen verschraubt. Beim Festziehen hilft uns der mitgelieferte Handschlüssel und fertig ist unsere Rückseite. So weit, so gut.

Das kommt uns doch fast bekannt vor: Der Türgiebel baut sich nach dem gleichen Prinzip wie die Rückwand auf. Der große Unterschied sind die beiden Türzargen. Links ist die Türzarge mit Schlossausfräsung und rechts mit Scharnieren versehen. Diese werden in den Fundamentrahmen gesetzt und verschraubt. Wie auf der Rückseite, klinken wir auch hier die Bodenprofile ein. Die schnell ausgepackte Querstrebe bildet die Verbindung zwischen den beiden nun stabil stehenden Türzagen. Nun werden auch schon die vorderen zwei Hohlkammerplatten eingepasst und mit den Randbügeln am Platz gehalten. Hoppla: Fast hätten wir die Innenverbinder vergessen! Zum Schluss wird das Ganze mit unserem Fundament-Rahmen verschraubt.

Jetzt kann auch gegenüberliegend die seitliche Hohlkammerplatte und der Rückwand-Bügel eingepasst werden
Jetzt kann auch gegenüberliegend die seitliche Hohlkammerplatte und der Rückwand-Bügel eingepasst werden

Montage der Seitenelemente:

Je nach Größe des Arcus Gewächshauses sind nun ein oder mehrere mittlere Bügel einzusetzen. Wir haben in unserer 3,10 m langen Version des Arcus S zwei davon. Diese werden in die Aussparungen im Fundamentrahmen gesetzt und für die nötige Stabilität zunächst mit ihrem Gegenstück oben verschraubt, bevor die Schrauben am Rahmen angezogen werden.

Profi-Tipp: den Schrauben der Bügel am Fundamentrahmen noch etwas Spiel lassen – so geht das Einschieben der Seitenelemente später einfacher von der Hand.

Nun werden die Querstreben eingepasst, welche nachher die gesamte Konstruktion zusätzlich verstärken werden. Diese verschrauben wir zunächst nur an den Außen-Bögen, da wir ja wissen, dass die Seitenteile nachher noch etwas Flexibilität benötigen. Die für die Querstreben benötigten Schrauben werden in eine vorgesägte Öffnung im Schraubenkanal der jeweiligen Bögen eingeschoben. Danach einfach den Abstandshalter auf die Schrauben stecken und die darauf gesetzte Querstrebe festdrehen. Die ungefähre Höhe der Querstrebe schauen wir uns vorerst aus der Montageanleitung ab. Genau ausmessen können wir später immer noch.

Als nächstes widmen wir uns der Seitenverglasung. Hier lohnt sich eine gute Vorbereitung. Die spätere Überlappung der Seitenelemente sollte immer entgegengesetzt der Schlecht-Wetter-Seite liegen.

Die Montagehilfen sind schnell herausgesucht und bereitgelegt. Hier kommen die Böcke ins Spiel. Dadurch können wir die folgenden Schritte in angenehmer Höhe umsetzen: Die Hohlkammerplatten der Schiebeelemente werden mit den Griffleisten verschraubt. Wichtig ist: Der eine Schieber des inneren Elementes zeigt dabei nach unten, der andere nach oben. Bei dem inneren Element wird später die vormontierte Bürstendichtung zwischen den überlagernden Elementen laufen. Nachdem wir die Holz-Montagehilfe in die Verglasungsnut gesetzt haben um den Abstand der Bügel zu vergrößern, setzen wir die Erste der verschiebbaren Hohlkammerplatten ein. Hier ist das Fingerspitzengefühl von zwei Personen gefragt, bis die Platte schlussendlich in der dafür vorgesehenen Nut läuft. Zur Vereinfachung dieses Schrittes ist das ausführliche Montage-Video hilfreich. Weiter geht‘s: Die darüber laufende Platte folgt dem gleichen Aufbau-Schema, nur muss hier beachtet werden, dass für die spätere Bedienung beide Griffleisten nach außen zeigen. Damit das vorherige Schiebeelement nicht beim Einschieben des zweiten aus der Verglasungsnut springt, wird zuvor die zweite Montagehilfe im Giebel der Gewächshaus-Bögen verschraubt, um den erforderlichen Abstand zu gewährleisten.

Unser Tipp: die Schutzfolie vor dem Einschieben der zweiten Hohlkammerplatte entfernen. Diese verursacht Reibung und erschwert das Einpassen.

Nachdem wir beide Elemente erfolgreich eingefügt haben, können die Montagehilfen entfernt und der Lauf der Seitenelemente überprüft werden. Sehr gut: alles funktioniert! Diese Schritte wiederholen wir bei unseren übrigen zwei Segmenten. Für die einfachere Montage des letzten Gewächshaus-Segmentes kann es helfen, die Querstrebe am Außenbogen zu lösen. Danach ziehen wir alle Schrauben, die die Bögen mit dem Fundamentrahmen verbinden, erneut fest und verschrauben die Querstreben fix mit jedem Bogen. Wie wir finden, lässt sich mit einem angelegten Zollstock an den Seitenbögen schnell eine durchgehend gleiche Höhe ermitteln. Unser Gewächshaus nimmt nun langsam Form an. Doch bevor wir an das Grün im Inneren denken, widmen wir uns dem Eingang zu unserem zukünftigen Pflanzenquartier.

Die Montage der Seitenelemente folgt immer dem selben Ablauf
Die Montage der Seitenelemente folgt immer dem selben Ablauf

Türmontage:

Die vormontierten Drehtürflügel können entpackt und eingehängt werden. Auch hier gibt es einen kleinen aber nützlichen Trick: Um den Scharnier-Stift, welcher das Gewächshaus mit der Tür verbindet einzupassen, hilft es die Schrauben des einen Scharniers etwas abzulösen. Für das Einpassen der Türen empfehlen sich auch hier wieder die besagten vier Hände. Sitzt die Tür fest am Rahmen, werden die Türvorreiber verschraubt, die später die beiden Drehtürflügel arretieren. So lässt sich auch die Aufteilung der praktisch geteilten Drehtür steuern.

Gesagt, getan! Nun richten wir unsere Aufmerksamkeit auf das grundsolide Türschloss. Dieses wird eingesetzt und mit der mitgelieferten Arretierungsschraube verschraubt. Wichtig ist hier, die Arretierungsschraube nur handfest anzuziehen. Zu festes Anschrauben kann dazu führen, dass das Schloss nicht wie vorgesehen schließt. Danach bringen wir flugs die beiden Türdrücker an. Schon bei der Montage passiert: Damit die Gewächshaus-Tür nicht durch den Wind umschlägt, wird als nächstes der Magnetfeststeller verschraubt. Dieser sollte auf Höhe der oberen Drehtür angebracht und mit dem Außenbogen verschraubt werden. Das Gegenstück des Magneten – eine Metall-Platte – wird in passender Höhe an der Tür verschraubt.

Sitzt die Tür fest am Rahmen, werden die Türvorreiber verschraubt die später die beiden Drehtürflügel arretieren
Sitzt die Tür fest am Rahmen, werden die Türvorreiber verschraubt die später die beiden Drehtürflügel arretieren

Feinarbeiten:

Stolz wie Oskar, beginnen wir jetzt mit ein paar Feinarbeiten. An der Verbindungsstelle zwischen den Bodenprofilen und den Hohlkammerplatten werden die Gummidichtungen eingesetzt. Diese sind gut bemessen und sollten nicht geschnitten werden. Das Stauchen beim Einsetzen gibt den Dichtungen bei verschiedenen Temperaturen die nötige Länge um optimalen Schutz zu gewährleisten.

An der Verbindungsstelle zwischen den Bodenprofilen und den Hohlkammerplatten werden Gummidichtungen eingesetzt
An der Verbindungsstelle zwischen den Bodenprofilen und den Hohlkammerplatten werden Gummidichtungen eingesetzt

Beetbegrenzung:

Zum Schluss fehlen uns noch die Beetbegrenzungen im Inneren. Dazu greifen wir zum Spaten und heben wie auch schon für den Fundamentrahmen, den benötigten Graben aus. Die Profile verschrauben wir mit den vier Eckwinkeln. Festziehen und fertig! Das letzte Mal nehmen wir unseren Spaten in die Hand und schütten außen Erde an den Fundament-Rahmen. Festtreten – und alles hält.

Einpassen der Beetbegrenzungen: Das Fundamentrahmenprofil mit den Eckenwinkeln verschrauben
Einpassen der Beetbegrenzungen: Das Fundamentrahmenprofil mit den Eckenwinkeln verschrauben

Wir haben den Traum vom Gewächshaus im eigenen Garten wahr gemacht! Mit einem Schluck Wasser – es ist ein wirklich warmer Tag – schauen wir auf unser Werk. Die Saison kann kommen.

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