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Schwachzehrer, Mittelzehrer und Starkzehrer – Gemüsewahl im Gewächshaus

Möhren und Steckzwiebeln unter Flies im Hochbeet
Möhren und Steckzwiebeln unter Flies im Hochbeet

Das Grundprinzip der Fruchtfolge

Man kann sich leicht vorstellen, dass es nicht sinnvoll ist, Jahr für Jahr Starkzehrer in dieselben Gewächshaus-Beete zu setzen: Schon bald wäre der Boden dort ausgelaugt. Außerdem fühlen sich Schädlinge und Krankheitserreger durch immer gleiche Sorten geradezu eingeladen. Was also tun, wenn Sie dennoch das Gewächshaus möglichst effektiv nutzen möchten? Die Lösung lautet „Fruchtfolge“. Dabei organisieren Sie den Anbau von Starkzehrern (mit hohem Nährstoffbedarf), Mittelzehrern (mit mittlerem Nährstoffbedarf) und Schwachzehrern (mit niedrigem Nährstoffbedarf) so, dass jede Gemüsesorte genau das bekommt, was sie braucht – und zu guter Letzt darf sich der Boden erholen. Sie wissen nicht, welches Gemüse viel und welches weniger „Futter“ benötigt? Keine Sorge, am Ende dieses Artikels finden Sie praktische Tabellen mit einer Einteilung der Gemüsesorten.

Fruchtfolge in der Praxis: Hier geht es rund!

In der Praxis haben sich zwei Modelle für die Fruchtfolge in Gewächshäusern bewährt. Beim ersten Modell, geeignet für kleinere Gewächshäuser (z.B. „bio-top“ oder „Arcus S“), wechseln sich Starkzehrer, Mittelzehrer und Schwachzehrer Jahr für Jahr ab. Im vierten Jahr helfen Gründüngung und reifer Kompost dabei, dass sich der Boden wieder regeneriert.
Wer stolzer Besitzer eines größeren Gewächshauses wie „Livingten“ oder „Riga L/XL“ ist, kann von einer größeren Gemüse-Auswahl profitieren, indem er das Gewächshaus nach dem zweiten Modell in vier Bereiche einteilt und die Beete für Starkzehrer, Mittelzehrer, Schwachzehrer und Gründüngung „rotieren“ lässt.

Tipp: Wesentlich ist, die Reihenfolge zu beachten – der Ablauf ist immer von hohem Nährstoffbedarf zu niedrigem Nährstoffbedarf, den Abschluss bildet die Erholungsphase. Aufgrund dieser festgelegten Reihenfolge spricht man von Fruchtfolge.

Fruchtfolge konkret: den Ernteertrag steigern mit der richtigen Gemüse-Auswahl

Klar ist: Pflanzen im Gewächshaus brauchen grundsätzlich mehr Dünger und mehr Wasser als im offenen Garten, denn der Boden wird intensiver genutzt – die Pflanzen wachsen schneller und reifen früher. Wenn Sie die folgende Fruchtfolge-Liste für Ihr Gewächshaus durchgehen, beachten Sie bitte, dass die Übergänge zwischen den Gruppen fließend sind. Die jeweilige Sorte und auch die Umgebungsbedingungen können beeinflussen, ob ein und dasselbe Gemüse sich in dem einen Gewächshaus als Starkzehrer, im anderen vielleicht als Mittelzehrer verhält.

Tipp: Nutzen Sie in allen Kategorien vorhandene Pflanzlücken aus, in dem Sie „gute Beetnachbarn“, Kräuter und Blumen pflanzen und so neben der Fruchtfolge auch die Prinzipien der Mischkultur beachten.

1. Jahr der Fruchtfolge: Starkzehrer

Starkzehrer profitieren von einer kräftigen Bewässerung und Düngung. Sie benötigen v.a. viel Stickstoff, der z.B. durch Mulchen mit Grasschnitt zugeführt werden kann. Vor allem Starkzehrer wie Tomaten, Gurken oder Paprika sind für regelmäßige Kompostgaben oder verrotteten Stallmist dankbar.
Liste der Starkzehrer im Gewächshaus (Beispiele): Basilikum, Gurke, Kartoffeln (noch besser im Freiland!), Blumenkohl, Grünkohl, Kürbis, Liebstöckel, Melone, Paprika, Tomaten, Zucchini, Zuckermais

Die Gurke gehört zu den Starkzehrern
Die Gurke gehört zu den Starkzehrern
Auch die Tomate benötigt viele Nährstoffe
Auch die Tomate benötigt viele Nährstoffe

Tipp: Wie viele Nährstoffe die Pflanzen aus dem Boden aufnehmen können, hängt auch vom pH-Wert Ihrer Gewächshaus-Erde ab. Er beeinflusst vor allem die Verfügbarkeit von Eisen, Kalzium und Phosphor.

2. Jahr der Fruchtfolge: Mittelzehrer

Mittelzehrer profitieren von einer reduzierten organischen Düngung. Achten Sie vor allem auch auf eine gleichmäßige Feuchtigkeit. Möhren und Zwiebeln sind dankbar für eine Extraportion Kalium, z.B. aus ein wenig Holzasche.
Liste der Mittelzehrer im Gewächshaus (Beispiele): Chinakohl, Erdbeere, Kohlrabi, Koriander, Kresse, Mangold, Möhre, Rettich, Salat, Schwarzwurzel (im Freiland jedoch leichter zu ernten), Zwiebel

Kohlrabi gehört zu den Mittelzehrern
Kohlrabi gehört zu den Mittelzehrern
Kohlrabi im Gewächshaus
Kohlrabi im Gewächshaus

3. Jahr der Fruchtfolge: Schwachzehrer

Schwachzehrer benötigen wenig Nährstoffe, weil sie entweder sehr genügsam sind oder (wie die meisten Hülsenfrüchte) den benötigten Stickstoff selbst produzieren können. Sie bilden den Abschluss des Pflanz-und-Ernte-Reigens, bevor der Boden sich im vierten Schritt regenerieren darf.
Liste der Schwachzehrer im Gewächshaus (Beispiele): Dill, Kerbel, Majoran, Bohnen, Feldsalat, Kopfsalat , Radieschen, Rucola, Schnittlauch, Zwiebeln

Tipp: Erbsen und Bohnen sorgen als Leguminosen für eine Verbesserung des Bodens, weil sie eine Symbiose mit Rhizobien (Stickstoff fixierenden Wurzelbakterien) eingehen und auf diese Weise Stickstoff binden.

Starkzehrer und Mittelzehrer mit Ausnahmestatus

Erdbeeren als Mittelzehrer und Tomaten als Starkzehrer dürfen bis zu drei Jahre an Ort und Stelle kultiviert werden und brauchen entsprechend immer wieder einen Extra-Nachschub an Nährstoffen. Alternativ können Sie Tomaten in großen Töpfen im Gewächshaus kultivieren, dann haben Sie Jahr für Jahr Freude an der leckeren Frucht. Gleiches gilt für Gurken und Melonen als Starkzehrer.

Sie möchten wissen, welches Gewächshaus von Hoklartherm sich für welches Fruchtfolge-Modell anbietet? Dann wenden Sie sich gern an unsere erfahrenen Fachberater, sie helfen Ihnen kompetent und zuverlässig weiter.

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