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Erde sterilisieren: Erde dämpfen als bewährte Methode

Erde im Garten
Erde im Garten
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aktualisiert: 12 February, 2024

Wichtig: Bei der Bodendesinfektion werden problematische Keime und Mikroorganismen sehr stark reduziert. Danach geht von ihnen keine Gefahr mehr für die Pflanzen aus. Beim Sterilisieren hingegen werden die vermehrungsfähigen Keime komplett entfernt. Für eine Sterilisation sind höhere Temperaturen nötig als beim Desinfizieren. Feuchte Hitze ist dabei wesentlich effektiver als trockene Hitze.

Anleitung 1: Erde im Backofen sterilisieren

 

  1. Heizen Sie den Backofen auf 90–150 °C vor. Für eine Behandlung gegen Schädlinge wie Trauermücken, Unkrautsamen und die meisten Viren sind mindestens 85 °C nötig; hartnäckige Viren wie der Tomatenmosaikvirus werden erst ab 100 °C zerstört.
     
  2. Legen Sie ein Backblech mit Einmal-Backpapier aus. So können Sie die sterilisierte Erde später leichter umfüllen.
     
  3. Verteilen Sie die Erde auf einem Backblech und feuchten Sie sie mit etwas Wasser an. Der Feuchtigkeitsgehalt ist genau richtig, wenn Sie eine kleine Probe Erde, die Sie mit der Hand zusammengedrückt haben, nach dem Loslassen nicht wieder auseinanderfällt.
     
  4. Decken Sie die Erde locker mit Alufolie ab. Der Wasserdampf, der beim Dämpfen entsteht, sollte entweichen können.
     
  5. Schieben Sie das Backblech in den Backofen und belassen es bei der gewählten Temperatur für eine halbe Stunde dort.
     
  6. Rühren Sie die Erde zwischendurch einmal um.
     
  7. Lassen Sie die Erde vor der Verwendung gut abkühlen.


Nach der Bodendesinfektion können kleine weiße Punkte auf der Erde sichtbar sein. Dabei handelt es sich um unschädliche Reste von abgetöteten Insektenlarven oder Würmern, die in der Erde belassen werden können. Von dieser Erde werden definitiv keine Trauermücken-Schwärme mehr ausgehen!

Tipp: Substrat für Orchideen enthält viel Holz. Darum ist für Orchideen-Substrat das Sterilisieren im Backofen nicht geeignet. Das Holz könnte sich entzünden.

Anleitung 2: Erde in der Mikrowelle sterilisieren

Wenn Sie Ihre Erde lieber in der Mikrowelle sterilisieren möchten, füllen Sie sie in ein mikrowellengeeignetes Gefäß. Stellen Sie die höchste Stufe ein – mindestens 600 Watt, besser 800 Watt. Schalten Sie die Mikrowelle aus, sobald die Erde zu dampfen beginnt, spätestens jedoch nach zehn Minuten. Wichtig beim Sterilisieren in der Mikrowelle ist es, die Erde zwischendurch umzurühren, da sich die Hitze sonst oft nicht völlig gleichmäßig verteilt.

Tipp: Das Sterilisieren in der Mikrowelle ist insbesondere für kleinere Mengen Erde geeignet. Für größere Mengen sind der Backofen oder die Schubkarre (siehe unten) besser geeignet.

Anleitung 3: Erde dämpfen im Dampfgarer
 

  1. Geben Sie die Erde den Dampfgarer-Einsatz und decken Sie sie mit Alufolie ab.
     
  2. Stellen Sie den abgedeckten Einsatz in den Dämpfaufsatz.
     
  3. Füllen Sie Wasser in den Topf.
     
  4. Stellen Sie den Dämpfaufsatz auf den Topf und verschließen Sie alles mit dem Deckel des Dampfgarers.
     
  5. Wenn das Wasser kocht, schließen Sie das Ventil des Dampfgarers.
     
  6. Dämpfen Sie die Erde eine Viertelstunde lang im kochenden Wasser.
     
  7. Öffnen Sie den Dampfgarer erst, wenn alles abgekühlt ist.

Tipp: Analog gehen Sie vor, wenn Sie die Erde im Schnellkochtopf dämpfen möchten.

Bodendesinfektion fürs Gewächshaus

Wer stolzer Besitzer eines qualitätsvollen Gewächshauses wie Arcus, Riga, Bio-Varis oder Bio-Top ist, möchte vielleicht größere Mengen Erde sterilisieren. In diesem Fall lohnt sich eventuell ein Erddämpfer in Form eines großen Eimers oder einer Schubkarre. Darin können 25 bis 150 Liter Erde in einem Arbeitsgang sterilisiert werden. Handelsübliche Geräte, wie sie in Baumschulen eingesetzt werden, haben aber auch einen Nachteil: ihren stolzen Preis.
Wem es zu teuer ist, ein solches Gerät zu kaufen, der kann aus einer Schubkarre mit recht wenig Aufwand einen Erddämpfer selbst bauen. Hierbei wird eine Schubkarre mit einem feinen Gitter oder einem Lochblech ausgestattet und darauf mit Erde befüllt. Für das Dämpfen kann ein Kessel, Kochtopf oder auch ein großer Wasserkocher mit einem hitzebeständigen Schlauch versehen werden, der dann den heißen Wasserdampf in den Hohlraum unter die Erde leitet. Die Schubkarre wird schlussendlich oben durch einen Deckel oder eine Folie abgedichtet. Wichtig: Zur Sterilisierung sollte die Erde mindestens 10 Minuten bei voller Temperatur (65 bis 80 Grad) gedämpft werden. Nur dann sind Keime, Pilze und Krankheitserreger vollständig abgetötet.

Tipp: In der Schubkarre kann man zwar große Mengen Erde dämpfen. Da beim Sterilisieren allgemein aber nicht nur die schädlichen, sondern auch die nützlichen Bodenorganismen absterben, sollten Sie niemals ganze Beete oder das gesamte Gewächshaus mit steriler Erde ausstatten.

Fazit: Bodendesinfektion als Basis für gesunde Pflanzen

Gerade junge Pflanzen sind durch Krankheiten und Schädlinge gefährdet. Die Anzuchterde zu sterilisieren, lohnt sich daher wirklich – selbst wenn sie aus einer verschlossenen Packung aus dem Fachhandel stammt. Doch auch später profitieren Ihre Pflanzen davon, dass Sie die Erde vor der Verwendung dämpfen oder in Backofen oder Mikrowelle sterilisieren. Um kleine Mengen Erde zu sterilisieren, ist die Mikrowelle besonders effektiv. Für größere Mengen, z.B. im Gewächshaus, nutzen viele Gartenliebhaber ein Schubkarren-Modell.

Tipp: Am besten verwenden Sie die sterilisierte Erde für Ihre Pflanzen in ganz frischem Zustand. Ist etwas Erde übrig oder wollen Sie einen Vorrat anlegen, bewahren Sie die Erde am besten in einem luftdichten Behälter auf. So kann der Boden nicht von Neuem verunreinigt werden.

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