Als Engerlinge werden die Larven verschiedener Blatthornkäfer bezeichnet. Dazu gehören unter anderem der Maikäfer, der Junikäfer, der Japankäfer und der Rosenkäfer. Während die erwachsenen Käfer oft nur wenige Wochen leben, verbringen die Larven je nach Art zwei bis vier Jahre im Boden. Dort fressen sie – und genau hier liegt der entscheidende Unterschied zwischen Freund und Feind des Gärtners.


Um zu bestimmen, ob Sie eingreifen müssen, legen Sie den gefundenen Engerling auf eine glatte Fläche (z. B. einen Stein oder einen Teller) und beobachten Sie seine Fortbewegung und die Details der Larve:


Tipp: Finden Sie Engerlinge mitten in Ihrem Komposthaufen, handelt es sich fast immer um die nützlichen Larven des Rosenkäfers. Lassen Sie diese Tiere unbedingt am Leben, da sie hervorragenden Humus produzieren!


Wenn Maikäfer- oder Junikäfer-Engerlinge im Boden aktiv sind, bleibt dies oft lange unbemerkt, da sich das Drama unter der Erdoberfläche abspielt. Die Larven fressen bevorzugt an den feinen Wurzelhaaren, später auch an dickeren Hauptwurzeln.
Erste Warnzeichen sind:
Besonders im geschützten Raum eines Gewächshauses oder in der nährstoffreichen Erde eines Hochbeets finden Schädlinge optimale Bedingungen. Hier ist die Gefahr groß, dass eine ganze Ernte innerhalb kurzer Zeit vernichtet wird, wenn die Wurzeln von Tomaten, Paprika oder Salaten abgefressen werden.
Ein Hochbeet, wie beispielsweise unser Modell Woody, bietet durch seine Wärme und die lockere Erde eine ideale Kinderstube für Käferlarven. Doch woher kommen Engerlinge im Hochbeet überhaupt? Die Antwort ist simpel: Die Käferweibchen suchen zur Eiablage gezielt lockere, humusreiche Böden auf.
Um zu verhindern, dass Käfer ihre Eier im Hochbeet oder im Gewächshaus ablegen, können Sie während der Flugzeit (April bis Juni) feinmaschige Kulturschutznetze über die Pflanzen spannen. Dies verhindert den Zugang für die erwachsenen Käfer. Sollten Sie beim Befüllen oder Umgraben bereits Larven entdecken, hilft oft nur das sorgfältige Absammeln per Hand. Da die Larven lichtscheu sind, kommen sie bei feuchtem Wetter oder in der Dämmerung eher an die Oberfläche.
Tipp: Dicke weiße Engerlinge im Blumentopf sind meist Rosenkäfer-Larven, die mit der Komposterde hineingelangt sind. Da der Platz im Topf begrenzt ist, können sie dort aus Nahrungsmangel doch an die Wurzeln gehen. Siedeln Sie diese Tiere einfach in Ihren Gartenkompost um.
Wer Wert auf Umweltbewusstsein und Bodengesundheit legt, greift nicht gern zur chemischen Keule. Ein wirksames Gießmittel gegen Engerlinge sind Nematoden (Fadenwürmer). Diese mikroskopisch kleinen Nützlinge sind hochspezialisiert: Die Art Heterorhabditis bacteriophora (kurz: HB-Nematoden) dringt in die Schädlinge ein und tötet sie ab, ohne Pflanzen, Haustiere oder Menschen zu gefährden.
Anwendung von Nematoden:
In Gärtnerkreisen hält sich hartnäckig das Gerücht, dass Blaukorn gegen Engerlinge hilft. Die Theorie dahinter: Die hohe Salzkonzentration des mineralischen Düngers soll die Larven abtöten. Davon raten wir jedoch ausdrücklich ab. Blaukorn ist ein reiner Mineraldünger und kein Schädlingsbekämpfungsmittel. Um eine Wirkung gegen die robusten Engerlinge zu erzielen, müsste man den Dünger in so hohen Dosen ausbringen, dass dies nicht nur das Grundwasser belastet, sondern auch die Wurzeln Ihrer Pflanzen „verbrennen“ würde. Zudem schädigt ein Übermaß an mineralischen Salzen das Bodenleben insgesamt – auch die nützlichen Regenwürmer leiden darunter. Für ein gesundes Ökosystem im Gewächshaus oder Hochbeet sind biologische Methoden wie Nematoden immer die bessere und effektivere Wahl.
Neben Nematoden gibt es bewährte Hausmittel, die den Schädlingen das Leben schwer machen:
Tipp: Vögel, Igel und Spitzmäuse sind die natürlichen Feinde der Engerlinge. Ein naturnaher Garten mit Hecken und Unterschlupfmöglichkeiten sorgt dafür, dass die Schädlingspopulation auf natürlichem Wege reguliert wird.
Ein hochwertiges Gewächshaus von Hoklartherm, wie das Bio-Top oder das Arcus, bietet Ihnen die Kontrolle über die Umgebungsvariablen. Durch eine geschlossene Bauweise und den Einsatz von Insektenschutzgittern an Fenstern und Türen reduzieren Sie das Risiko eines Befalls massiv. Im Hochbeet sollten Sie beim Schichtenaufbau darauf achten, ein engmaschiges Wühlmausgitter am Boden zu installieren. Dies hält zwar keine Käferlarven ab, schützt aber vor anderen Untermietern. Der wichtigste Schutz gegen Engerlinge bleibt die aufmerksame Beobachtung des Bodens bei jedem Pflanzwechsel.
Engerlinge im Garten sind kein Grund zur Verzweiflung, sondern ein Zeichen für einen lebendigen Boden. Mit dem 60-Sekunden-Check unterscheiden Sie schnell zwischen dem nützlichen Rosenkäfer und dem schädlichen Mai- oder Junikäfer. Während Nützlinge in den Kompost gehören, lassen sich Schädlinge besonders effektiv und nachhaltig mit Nematoden bekämpfen. Verzichten Sie auf Experimente mit aggressivem Blaukorn und setzen Sie stattdessen auf biologische Lösungen. So bewahren Sie die Vitalität Ihrer Pflanzen und die Gesundheit Ihres Bodens. Wir von Hoklartherm unterstützen Sie dabei, Ihren Garten als harmonisches System zu begreifen – für eine reiche Ernte und Freude am Gärtnern über viele Jahre hinweg.
Tipp: Bevor Sie Ihre Tomaten oder Gurken außerhalb eines Gewächshauses ins Beet setzen, lockern Sie den Boden tiefgründig auf. Vögel lieben es, wenn ihnen die fetten Larven quasi „auf dem Silbertablett“ serviert werden. Ein paar Stunden offener Boden vor der Pflanzung kann bereits viele Schädlinge dezimieren.